Dienstag, 13. Mai 2014

Generation Y

Ich gehöre zur Generation Y, geboren 1981. Wir sind Revolutionäre, Freiheitskämpfer, Sinnsucher und Glücksritter. Ich weiß, die Alten sagen wir sind faul, weil wir Auszeiten nehmen. Wir seien nur auf Work-Life-Balance fixiert und möchten pünktlich in den Feierabend gehen. Wir seien verweichlicht und scheuen harte Arbeit, weil wir keine 60h-Woche wollen. 

Verweichlicht wären wir aber, wenn wir kein Blut mehr sehen könnten und keine kranke Menschen mehr operieren würden, wenn uns der Presslufthammer zu schwer wäre, um eine Straße zu bauen oder wenn wir die Gesetze nicht in Frage stellen würden, weil uns dass zu viel Arbeit wäre. Wenn wir pünktlich Feierabend machen, wissen wir aber, dass nur ein ausgeruhter Geist produktiv sein kann und Freunde zu treffen uns weniger einsam macht. Wir wissen, dass ein Sabbatical unseren Horizont erweitert, die Kreativität fördert. 

Dem Bauarbeiter mag‘s in Hamburg öde sein. In einem Dorf in Nicaragua aber erfüllt ihn das Dröhnen seines Hammers mit Freude, denn hier baut er einen Brunnen. Er ist ein Sinnsucher. Der Arzt in Teilzeit hat den Kopf frei und Zeit aus seinem Krankenhaus zu schauen. Er kann Reisen, neue Methoden erforschen, alternative Heilmethoden entdecken. Er kann ein Pionier sein, ein Revolutionär. Der beschäftigte in Teilzeit, hat nicht nur Zeit für sich, sondern auch für andere. Er hat Zeit sich zu fragen, was die Politiker fabrizieren, ob sie nicht unsere Rechte unterdrücken. Er kann Plakate schreiben, Demos organisieren. Er ist ein Freiheitskämpfer. 

Wir alle sind Glücksritter und kämpfen für ein erfülltes Leben, indem nicht der Beruf unsere Zeit bestimmt. Wir sind nicht weich. Wir kämpfen für unser Wohlbefinden, für Sonne im Herzen, denn wie stand schon in unseren Poesiealben: Nur wer Sonne hat, der kann auch Sonne geben.

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