Zigeuner Soße - FALSCH. Negerkuss -
FALSCHFALSCH. Du Mongo - Uuuuh, böse! Es gibt viele Begriffe in der deutschen
Sprache, die Minderheiten in unserer Gesellschaft bezeichnen. Spagettifresser,
Polake, Hartzer, Fischkopp... Okay, einige dieser Begriffe sind einfach
geschaffen worden, um offensichtlich zu beleidigen. Manche sind einfach alt und
meist ohne bösen Willen entstanden. Früher hat man eben Zigeuner gesagt,
oder auch Neger. Dann wurde die rumänische Soße eben salopp Zigeuner-Soße
genannt und der Schokokuss, na der war schwarz - sieht doch aus wie ein Neger.
Früher hat man nicht darüber nachgedacht, dass solche Begrifflichkeiten
irgendwen verletzen könnten. Sollte doch nur neckisch sein.
Ich selber empfinde diese Begriffe nicht als
verletzend. Wenn ich das Wort "Negerkuss" höre, denke ich an früher,
an meine beste Freundin, die minutenlang ihren Schaumkuss suchte, sich drehte
und wendete, während ich vor Lachen fast vom Sofa fiel, klebte besagter Schaumkuss
nämlich mitten auf ihrem Rücken. Erst als ich eben diese Geschichte der
afrikanischen Mitbewohnerin eines Freundes erzählte und diese bei dem Wort
"Negerkuss" stutze, wurde mir bewusst - uups, stimmt, dass klingt
etwas rassistisch. Auch wenn ich einen Begriff nicht schlimm finde, weil dieser
mich nicht betrifft, kann er für andere wie kratzende Nägel auf einer Tafel
sein. Gut, dann verwende ich eben das Wort „Schaumkuss“, oder „Roma-Schnitzel“.
Ist ja nur ein Wort, solange diese Lebensmittel noch genauso gut schmecken.
Manchmal aber, da finde ich übertreiben einige
mit ihrer politischen Korrektheit. Frauen zum Beispiel. Versteht mich nicht
falsch, ich bin eine Feministin, ich bin stolz eine Frau zu sein, ich bin für
Frauen in Führungspositionen, ich bin für die Gleichberechtigung und ich kann
es nicht leiden, wenn Männer auf mich herablächeln, einfach weil ich eine Frau
bin und meine Aussagen für sie weniger wert sind. Aber warum bestehen einige so
extrem auf diese Zusätze wie das „/innen“, oder dem „frau sagt…“? Besonders
letzteres finde ich albern. Wozu brauch ich als Frau eine Extrawurst? Zeigen
nicht gerade diese Unterscheidungen, den Unterschied zwischen Mann und Frau?
Es
ist doch irgendwie paradox, dass man sich mit Männern gleichstellen will, indem
man zwanghaft überall ein „/innen“ anfügt, damit man in jedem Fall merkt, dass
ich ein anderes Geschlecht habe. Bin ich jetzt weniger Frau, wenn ich mich mal
als Journalist und nicht als Journalistin bezeichne? Frauen und Männer sind unterschiedlich, das ist so und wird auch immer so sein. Gleichberechtigung ist eine Sache von Respekt und den bekommt man nicht, wenn man ein "/innen" hinten anfügt.