Dienstag, 4. Juni 2013

Woher kommst du?

Diese Frage höre ich schon, seitdem ich denken kann - vielleicht auch erst, seitdem ich darauf antworten kann. Im Kindergarten: "Und, woher kommst du?" Na, von da drüben, denke ich mir. Wieso fragt er mich und nicht das blonde Mädchen neben mir? Die wohnt doch nur zwei Häuser weiter. Ich habe dunkle Locken und dunkle Augen - uuh wie anders.

Aber was heißt denn schon anders? Jeder sieht doch anders aus. Selbst Zwillinge unterscheiden sich - minimal, aber es gibt einen Unterschied. Wenn aber die Frage nach deiner Herkunft gestellt wird, bedeutet es, du hast etwas Fremdes in dir. Etwas, dass eigentlich nicht hier hingehört, nicht von hier ist. Dabei fühlt man sich selber, wie von hier. Es sind deine Straßen, durch die du gehst, deine Freunde, die du triffst, deine Familie, die hier lebt, deine Erfahrungen, die du hier machst, deine Erinnerungen, die hier festhängen. Und immer wenn wieder diese eine Frage kommt, wirst du daran erinnert, dass du doch auch fremd bist.

Seit ich klein bin, muss ich mich fragen wer ich bin. Deutsch? Ecuadorianisch? Beides? Kann man das? Ich bin deutsch, bin hier geboren und aufgewachsen, aber ich bin auch eine Latina. Zwar habe ich nie dort gelebt, aber ein großer Teil meiner Verwandten ist noch dort. Es besteht eine Verbindung, auch emotional. Also was bin ich? Man muss sich seiner Identität schon früh bewusst sein, der Fragende möchte ja eine Antwort. Wie soll sich ein Kind schon dessen vollkommen bewusst sein? Man weiß nicht mal, was man will, wie die Welt so tickt und was ist das mit den Jungs. Sind die doch nicht doof?

Immerhin habe ich einen deutschen Pass, nicht allzu dunkle Haut und keinen Akzent. Denn diese Eigenschaften lassen bei einigen Menschen deinen IQ sinken, solltest du sie haben. Nur weil mancher die Sprache nicht beherrscht, ist er dumm. Dabei würde er dich in seiner Muttersprache mit seinem Intellekt übertrumpfen. Schön ist auch die Aussage: "Oh, du sprichst aber gut deutsch!" Ja, und bestimmt besser als du. Wenn du fremd aussiehst, musst du dich immer erst beweisen. Zeigen, dass du hier hin gehörst, dass du nicht so anders bist, wie dein Gegenüber. Und manchmal wünschte ich, es wäre anders.

Sonntag, 2. Juni 2013

Du, Sie, Herr Busfahrer?

Es gibt Dinge, die ich noch nie konnte. Ein Seil hochklettern, einen Klimmzug machen, schnell Kopfrechnen oder im Bus ein Buch lesen. Alles Dinge, die ich jetzt auch nicht zwingend erlernen müsste - wobei ein Seil hochklettern mir vielleicht mal das Leben retten könnte. Um mich im Bus aber nicht zu langweilen, ist es durchaus nicht nötig, dort lesen zu können.

Es reichen die Fähigkeit zu sehen und zu hören - manchmal auch zu riechen. Wenn morgens etwa ein ungewaschener, anonymer Alkoholiker neben dir sitzt. Dann ist man die ganze Fahrt über damit beschäftigt, nicht durch die Nase zu atmen. Ablenken kann dann etwa das Grüppchen von Menschen, das gerade einsteigen will. Der Busfahrer ist zu langsam und die Türen öffnen sich nicht. Wie die Strauße recken sie die Köpfe in Richtung Fahrer. Alle Gesichter mit einem Blick, zwischen Ratlosigkeit und Empörung . Warum macht er nicht auf? Sieht er nicht, dass wir einsteigen wollen? Wie unverschämt, uns hier warten zu lassen. Ist er da vorne am Träumen? Ah, jetzt geht sie endlich auf. 

Ähnliches ist auch zu beobachten, wenn ausgestiegen wird - besonders in den langen Gelenkbussen, bei denen die hintere Tür nur auf Knopfdruck des Fahrgastes öffnet. Da hat der Fahrer kaum Aktien drin. Eigentlich allgemein bekannt, aber es gibt immer noch den ein oder anderen, der diese Tatsache gerne vergisst. "Hallo, Hallo! Da machen Sie doch die Tür auf. Ich will hier raus" ruft dann der bebrillte, ältere Mann. Seinen Jutebeutel hält er verkrampft in der Hand, seine Stimme ist leicht panisch. Er läuft er immer wieder zur Tür und zurück ins Sichtfeld des Fahrers. Irgendwann erbarmt sich dann meist ein anderer Fahrgast und drückt für den Verwirrten den Knopf, damit sich die Tür öffnet. 

Doch nicht nur an den Türen herrscht reges Treiben. Das Innenleben hat einiges zu bieten. Die Rollstuhlfahrerin, die ungehemmt jedem über die Füße fährt, der nicht schnell genug Platz macht. Selber schuld, wenn sie auch dort stehen, wo normalerweise die Rollstühle parken sollen. Oder die schlafende Familie - Papa, Tochter, Sohn. Die beiden Freunde die sich unterhalten, obwohl sie drei Reihen auseinander sitzen. Die Betrunkene, die während der Fahrt einfach den Fahrer anspricht: "Du, Sie, Herr Busfahrer?" Die Grundschulklasse auf ihrem Ausflug. Du willst zu einem freien Platz, doch plötzlich stehst du in einer Gruppe schnatternder, aufgeregter kleiner Menschen.

Was sich jeder von den Fahrgästen wohl denken mag? Wohin sie alle wollen, woher sie kommen? Im Grunde tun wir gerade alle dasselbe - Bus fahren. Doch wir machen auch alle etwas Anderes. Sie liest ein Buch, er telefoniert, er surft mit seinem Smartphone, die beiden unterhalten sich und sie starrt aus dem Fenster. So viele Menschen, so viele Gedanken, keiner gleich. Und doch sitzen wir hier, alle gemeinsam, sitzen hier und sind Kopfnicker, im Takt der Stotterbremse des Busfahrers.


Sonntag, 26. Mai 2013

Bis an die Substanz

Als ich morgens in den Spiegel schaue, entdecke ich einen roten Striemen an meinem Hals. Eine kleine Schürfwunde. Woher habe ich die nur? Was habe ich gestern getan? Ich war arbeiten und dann joggen. Kein erkennbarer Zusammenhang. 

Aber so geht es mir häufiger. Ich wache auf und habe blaue Flecken. Woher? Keine Ahnung. Oder ich stehe unter der Dusche und entdecke drei parallel verlaufende Kratzer in meiner Wade. War ich nachts im Wald? Hab ich da was nicht mitbekommen? Ich weiß zwar woher ich meine Narbe auf der Stirn habe. Wenn man als kleines Mädchen im Schwimmbad mit der Stirn die Stufenkante küsst, vergisst man das nicht. Doch die Narbe am Knie oder am Auge - Herkunft unbekannt.

So ist das wohl, die kleinen Verletzungen an der Außenhülle vergisst man leicht. Was ist schon ein aufgeschlagenes Knie. Es wächst Schorf drüber und dann leuchtet die Haut wieder frisch rosa. Sie regeneriert, sie heilt, ist ein Organ. Doch die anderen Narben, die die man nicht sehen kann, sind schwerer zu vergessen. Denn sie liegen unter der Haut, im Inneren. Und dort ist unser Schutz schwächer, die Mauern poröser, die Handwerker sehr langsam.

Deshalb reicht schon eine Kleinigkeit - ein Blick, ein Wort, eine Berührung. Das geht bis an die Substanz. Die Verletzung kann länger nachhallen, als ein simpler Schnitt mit dem Brotmesser. Dass ich mir mit sechs Jahren fast den Arm gebrochen habe, kenn ich eigentlich nur aus Erzählungen. Dafür kann ich mich zu gut daran erinnern, wie ich meiner älteren Schwester helfen wollte, damals im Kindergarten. Die Jungs hatten sie gefesselt und als sie kurz weg waren lief ich zu ihr, um sie zu befreien - ich hatte ja Angst um sie. Doch sie blaffte mich an:  "Geh weg! Wir spielen!" Heute lustig, damals überhaupt nicht. Ich hatte Angst, dass sie ihr wehtun. Für mich war das kein Spiel.

Natürlich kann man sich auch eine stabile innere Mauer bauen. Doch je stabiler und höher sie ist, umso schwerer ist es, auch das Gute durch zulassen. Es braucht viel Mühe, um die kleinen Soldaten vor den schweren Toren zum Öffnen zu überreden. Die Emotionen sind dann tief vergraben und die Prinzen mit ihren Gäulen kommen da einfach nicht ran. Man wird nicht so schnell verletzt, aber umso schwerer kann man geliebt werden. Ein Dilemma! 

Ich denke an meine Mauer und an meine Soldaten. Vielleicht sollte ich denen mal ein wenig Urlaub gönnen. Und wenn die Mauer nicht jeden Tag nachgebessert wird - nicht so schlimm. Wenn kümmert schon ein kleines Loch. Dann kommt wenigstens ein wenig warme Sonne rein.

Meine Finger streicheln über den Striemen. Wo zum Teufel war ich?

Donnerstag, 23. Mai 2013

Google - Ich mag dich

Ich erzähl euch mal ein kleines Geheimnis. Da ich der Administrator dieser Blogseite bin, gibt es ein paar kleine Dinge, die ich sehen kann und ihr nicht. Blogger zeigt mir eine Statistik an, da kann ich sehen wie viele Seitenaufrufe ich hatte, aus welchen Ländern meine Besucher kommen, welches Betriebssystem ihr habt, ob ihr euer Iphone oder Android Handy benutzt, welchen Browser ihr bevorzugt und welchen Eintrag ihr gelesen habt. Keine Angst! Ich kann nicht euren Namen oder eure IP-Adresse sehen.

Dafür weiß ich, dass ich heute Besucher aus Deutschland, Groß Britanien, Ungarn, USA und der Schweiz hatte. Im Laufe der letzten vier Monate hatte ich unteranderem sogar Klicks aus Australien, Tansania, der Mongolei, Argentinien, Ecuador, Panama, Mexiko, Japan und Lichtenstein. Interessant wo sich überall deutsche rumtreiben, oder zumindest welche, die deutsch sprechen.

Am interessantesten finde ich aber die Suchbegriffe, über die einige Besucher meinen Blog gefunden haben. Gibt jemand etwas bei Google ein, etwa "Miss Mutig und ihr Irrsinns Blog", erscheint eine Liste von Vorschlägen - ihr kennt ja das System. Klickt ihr dann auf einen Link aus dieser Liste, der zu meiner Seite führt, kann ich das sehen. Ich kann also sehen, welche Begriffe in der Google-Suchleiste eingegeben worden sind. Und da, liebe Leute, stellen sich mir so einige Fragen.

Einige suchen direkt nach meinem Blog, oder meiner Homepage. Ich kann verstehen, wie man auf meinen Blog stößt, wenn man "irrsinns Blog" eingibt. Aber ich nenne euch nun meine vier Lieblingsbegriffe und zwar in aufsteigender Reihenfolge. Das heißt: das Beste kommt zum Schluß.


Platz 4: "bauzaun ficken" - gefunden wurde mein Post über den Schienenersatzverkehr, gesucht...nun ich glaube etwas anderes.

Platz 3: "schwingende schlauchtitten" - tja...was soll ich sagen. Vielleicht sollte ich meine Wortwahl etwas ändern.

Platz 2: "damenhinter im string foto" - sehr interessant, wie Google aus dem Satz: "Die Dame hinter dem Tresen..." damenhinter macht.

Platz 1: "film furz auf dem wannenrand" - ich find es ja gut, dass man meinen Blog finden kann in den Suchergebnissen, aber bitte!!? Mal abgesehen davon, dass hier Wortkombinationen aus mehreren veschiedenen Einträgen meines Blogs gewählt wurden. Ich frage mich, was hier eigentlich gesucht wurde. Naja...eigentlich will ich es doch nicht wissen.

Sonntag, 19. Mai 2013

Ich hol nur mal kurz Zigaretten - ein Krimi

Es ist Samstagabend kurz nach zehn. Die Nacht ist bereits herangebrochen. Der Regen hat inzwischen aufgehört, aber der Boden glänzt noch und das Licht der Laternen bricht sich in den Pfützen. "Ich brauche eine Zigarette", sage ich zu meiner Mitbewohnerin. Sie hat leider auch keine mehr. Meine letzten habe ich vor zwei Tagen geraucht. "Tja, dann muss ich wohl noch mal zur Tanke", sage ich. Ich zog meinen Trenchcoat an und setzte mein Cognacglas ab. Okay, okay, es war eine Trainigsjacke mit Kapuze und meine Milch - aber das andere klingt eher nach Krimi. An der Haustür drehe ich mich noch einmal um, tippe gegen meine Kapuze und sage: "Ich bin gleich wieder da. Mein Handy lass ich aber hier."

So verschwand ich aus der Tür und keine zehn Minuten später geschah es. Ich hatte meine Zigaretten und rauchte sie genüßlich an meinem Küchenfenster. HA! Habt ihr gedacht ne....ihr dachtet bestimmt: "Jetzt kommt eine spannende Geschichte!" Ihr dachtet jetzt gibt es Mord und Totschlag. Habt bestimmt schon überlegt, wie ich im Park auf eine Gang stoße, mit brutalen Kerlen, die mich vom Fahrrad schubsen. Wie ich sie mir dann vorgenommen habe. Einer nach dem Anderen - Handkantenschlag für Handkantenschlag. Oder vielleicht auch, wie ich losgehe, mich auf mein Fahrrad setze, zum Hauptbahnhof fahre und in einen Zug nach Süden steige. Im Süden auf ein Schiff, um noch weiter nach Süden zu fahren. Dann wieder in den Zug, der mich dann an das südlichste Ende bringt, dann wieder auf ein Schiff, bis ich soweit im Süden bin, dass ich wieder in den Norden fahre. Es könnte aber auch sein, dass der ein oder andere dachte, ich würde im Park eine geheime Übergabe beobachten, die schief läuft. Der eine Agent wird getötet, der andere verlezt und seine letzte Möglichkeit, seinen Auftrag noch auszuführen bin ich. Er verrät mir seinen nächsten Kontakt und das Losungswort: "Der Hund bellt. Ohne Schirm kann ich nicht fliegen." Und von da an, bin ich eine Agentin und versuche die wichtigen Dokumente der Geheimwaffe zu den Richtigen zu bringen - aber wer sind die Richtigen? Es bleibt spannend. Das wäre vielleicht sogar eine Fortsetzungsgeschichte.

Aber leider, leider...ich war nur Zigaretten kaufen. Mir wäre auch lieber, ich hätte kurz die Welt gerettet. Das einzig spannende, das mir auf dem Weg passiert ist, sind die beiden Hasen, die vor mir weggehoppelt sind - die Süßen. Aber wer weiß, vielleicht war ich doch kurz die Welt retten, vielleicht habe ich doch eine geheime Mission erfüllt, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen durfte, damit keine Panik ausbricht. Außerdem...würdet ihr noch Superman gut finden, wenn seine Geschichten ungefähr so anfangen würden: "Hallo, ich bin Superman, der stärkste Mann der Welt und ich zeige euch, wie toll ich bin. Denn heute morgen, da habe ich einen riesigen Meteoriten aufgehalten, bevor er die Erde erreichen konnte. Mit meinen eigenene Händen, mit meinen starken Muskeln. Toll, nicht." Deshalb halte ich mich lieber zurück und überlasse euch die Spekulationen über Artikel, die ihr in der Zeiung lest. Wenn ihr mich darin wieder erkennt - tja, wer weiß, wer weiß.

Samstag, 18. Mai 2013

Was ich gerne mal hören möchte

Musik kann Emotionen auslösen - allein durch Töne, Rhythmus und Melodie. Es gibt Lieder die mich traurig machen, die mich aufputschen, die mich zu Tode langweilen, die mich melancholisch stimmen oder bei denen einfach mein Kopfkino angeht. Meist höre ich nicht auf den Text, aber hin und wieder doch. Und dann kann es passieren, dass ich mich in sie verliebe. 

So war ich damals verliebt. Mit 18. Es war das Lied "Mit Dir" von Freundeskreis. Und ich wollte, dass mein damaliger Arbeitskollege es für mich singt - oder zumindest mit mir dazu tanzt. So war das auch abgesprochen zwischen mir und meinen beiden Freundinnen, als wir unsere gemeinsame Geburtstagsparty planten. "Okay, also...wenn unser DJ das Lied spielt, holen wir alle drei den Typen auf die Tanzfläche, in den wir verliebt sind", sagte meine chilenische Freundin: "Egal was wir gerade machen oder wo wir sind." Wir anderen beiden nickten. Es war ein Pakt. 

Ein paar Tage später war es soweit. Die knapp hundert Gäste kamen und auch unsere drei Herzensjungen. Es war voll, laut und unorganisiert. Unser Türsteher (ein Klassenkamerad) nahm seinen Job zu ernst. "Kurt. Das ist Daniel, er sitzt neben dir im Unterricht", sagte ich zu ihm, als er einen Freund nicht reinlassen wollte. "Aber ihr habt gesagt: "Keiner ohne Einladung" Und er hat keine mit", beschwerte er sich. Ab da durft er einfach nur feiern. Dann spielte unser Lied. Und tatsächlich, wir waren alle drei auf der Tanzfläche - allerdings ohne Jungs. Wir standen in der Mitte, bildeten einen kleinen Kreis und schauten uns an. "Wart ihr auch zu schüchtern?" fragte ich. Meine beiden Freundinnen nickten beschämt. Also tanzten wir allein. 

Mein damaliger Liebster hat das Lied nie für mich gesungen oder mit mir dazu getanzt. Verliebt in ihn bin ich auch schon lange nicht mehr. Aber das Lied! Es weckt immer noch Gefühle. Ich will immer noch, dass es jemand für mich singt oder zumindest meine Lieblingspassage. Inzwischen bin ich noch öfters verliebt gewesen in Musik. Fast täglich. Auch wenn sie keinen Text hatten.

Hier gibt es nun eine kleine Top Ten, der Lieder und Songpassagen, die ich am liebsten einmal hören möchte - zumindest so oder so ähnlich:


Platz 1: 
"Mit Dir" von Freundeskreis - Lieblingspassage: "Du siehst schön aus im Schlaf, ich komm wieder wenn ich darf"

Mit Dir - Video      <--->     Songtext


Platz 2:
"Eternal Flame" von the Bangels: "Close your eyes, give me your hand, darlin'. Do you feel my heart beating" und "I watch you when you are sleeping. You belong with me. Do you feel the same"

Eternal Flame - Video      <-->     Songtext


Platz 3:
"The World is Watching" von Two Door Cinema Club - Lieblingspassage: "I want you with me" und "With your hand in mine, we will run. Too a place that knows no one" 

The World is watching - Video     <-- da ist der Songtext gleich mit drin


Platz 4:
"Shine on" von The Kooks - Lieblingspassage: "About your Hair, you needn't care, you look beautiful all the time"

Shine on - Video     <-->  Songtext


Platz 5:
"Lass mich nie mehr los (unplugged New York)" Sportfreunde Stiller - Lieblingspassage: "Du hältst mich, mir fehlt nichts. Lass mich nie mehr los"



Platz 6:
"Make you mine" von the Drums - Lieblingspassage: "And I don't know what to do, when I see you holding some one elses hand. And I don't know what to say, cause when I open my mouth, I always sound so stupid"

Make you mine - Video   (die einzige Version die ich finden konnte, damit auch wir in Deutschland es sehen können)                            <-->   Songtext


Platz 7:
"Rock 'n' Roll Queen" von the Subways: "You are the sun, you are the only one"



Platz 8:
"I like you so much better, when you're naked" von Ida Maria: "I won't mind, If you take me home. Come on, take me home" und "I won't mind, if you take off all your clothes. Come on, take them off. 'Cause I like you so much better when you're naked"

I like you... - Video      <-->     Songtext



Platz 9:
"I promised myself" von Nick Kamen: "I promised myself. I promised I'd wait for you" und "I promised myself. That I'd make it up to you. My sister and brother. Know I'm in love with you"

I promised myself - Video     <-->     Songtext


Platz 10:
"Breakfast" von Le Le (Mercury Mix): "You're the cheese on my baguette, The jelly on my bread. The French on my toast...Bitch you're breakfast" (Es darf auch mal ein bißchen böse sein ;))

Breakfast -Video     <-->     Songtext










Donnerstag, 16. Mai 2013

Lauf nicht so schnell

Du läufst. Nein, ich laufe. Ich jogge entspannt an der Elbe, durch den Park - im Regen. Denke an dies und an das. Denke an gestern und an heute, träum von dem, was mich in ein paar Wochen erwarten mag. Und dann passiert es. Wuusch! Das reale Leben läuft vorbei. "Hey man", brüllt es mich an: "Was machst du denn da?" 

Ich zucke vor Schreck zusammen. "Äh, was? Ich...laufe hier", sage ich verwirrt. "Das nennst du laufen? Das ist höchstens ein verträumter Trab", es läuft ein Stück vor, dreht sich aber um, damit es mit mir reden kann. Ich bin immer noch verwirrt, warum brüllt mich das Leben an, die Realität? "Beeil dich. Komm schon", mit einer Armbewegung will es mich antreiben. "Warum? Wohin?" frag ich. "Hast du die Post nicht geöffnet? Du hast eine Mahnung! 350 euro!!" das Leben hat einen panischen Gesichtsausdruck. "Ach die, ja keine Stress. Hab schon schlimmeres bewältigt", deswegen regt es sich so auf. 

Die Realität packt mich am Arm. "Kein Stress!? Komm jetzt", sie läuft los und zieht mich hinterher. "He, he...lauf nicht so schnell. Das halte ich nicht lange durch", sage ich. "Dann musst du da jetzt durch", die Realität ist gnadenlos und läuft noch einen Schritt schneller. "Wo willst du denn hin?", keuche ich. "Zur Bank. Die Überweisung tätigen", sagt sie. "Aber da gibt es nichts, bei der Bank", sag ich. 

Das Leben lässt mich los und bleibt stehen. Mit großen Augen schaut es mich an: "Und jetzt?" Das schnelle Laufen hat mich erschöpft. Ich atme dreimal tief ein und aus: "Das sind immernoch Studiengebühren. Die kann ich Stunden, weil ich keine 30.000 Euro im Jahr verdiene. Entspann dich." Das Leben denkt nach. "Oh, das ist gut. Aber...," es packt mich wieder am Arm. "...dann lass uns wenigstens die hier zur Post bringen." In seiner rechten Hand hält er ein paar Papiere. "Was ist das?" frage ich. "Deine Hausarbeiten, die du noch abgeben musst", sagt es mit einem leicht vorwurfsvollem Unterton. "Du hast aber nur leere Blätter in der Hand. Das weißt du, oder? Die muss ich noch schreiben", entgegne ich. "Ja, und was hält dich davon ab, sie jetzt zu schreiben?", das Leben lässt nicht locker. "Hör mal, ich komme gegen sieben von der Arbeit, manchmal sogar noch später. Da hab ich nicht immer die Muße noch mehr zu schreiben", das Gespräch strengt mich an. 

Die Realität ist anstrengend. Ich schaue mich um. Links sind ein paar Bänke, von denen man auf die Elbe gucken kann. "In zwei Wochen hab ich unendlich viel Zeit. Da kümmere ich mich um meine Hausarbeiten. Aber jetzt, lass uns entspannt auf die Bank dort setzen und eine Rauchen", sag ich. "Aber, du musst noch dringend beim Amt anrufen",  sagt sie kleinlaut. "Jetzt? Um neun Uhr abends?" frage ich. Ich lege einen Arm um ihre Schultern und gehe mit ihr zu den Bänken. "Ich ruf da an, gleich morgen früh", wir setzen uns. 

Ich hole die Zigaretten raus und geb dem Leben eine. "Danke", sagt es. Wir rauchen. Ich höre Schritte die sich nähern und drehe mich um: "Oh, sie mal. Wir kriegen Besuch." Auch das Leben dreht sich um. "Ach ne. Was machst du denn hier?" Der Besuch und das reale Leben begrüßen sich wie alte Freunde. Kein Wunder, ist ja auch meine Verstand, der gerade dem Leben die Hand schüttelt. Die verstehen sich eben. "Das du dich auch immer von dieser Träumerin einlullen lässt", sagt der Verstand halb lachend zum Leben. "Das sagt gerade der Richtige", erwidert es. "Komm, ich hab ein paar Bier dabei", sagt der Verstand. Er greift in seine Tasche und gibt jedem von uns eines. Dann setzt er sich. "Wenn ich dich nicht so gerne mögen würde", sagt er zu mir: "und deine Träume nicht so schön wären, dann wäre ich schon lange durchgedreht mit dir." Ich muss schmunzeln: "Danke!" Dann wendet er sich dem Leben zu und sie unterhalten sich. Ich höre aber nicht zu. Ich nippe an meinem Bier und schau dem Schiff hinterher, auf dem ich gerade Kapitän geworden bin.